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Studie bzgl. Internet in der DG

Lernen und Arbeiten in der Informationsgesellschaft

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Zwischenbericht der Regierung über die Möglichkeiten des Internet in der Deutschsprachigen Gemeinschaft


4. Ausbau des Internet in Jugendheimen und Mediatheken

4.1. Projektidee und Zielsetzung

Ziel des Internet-Projektes des Rates der Deutschsprachigen Jugend ist es, die Jugendlichen in der Gemeinschaft an das Neue Medium Internet heranzuführen und einen kritischen Umgang mit diesem Medien zu vermitteln. Durch den konkreten Umgang mit Internet soll aufgezeigt werden, wie diese Technologie vom Jugendlichen kreativ zu seiner persönlichen Entfaltung eingesetzt werden kann.

Diese allgemeine Zielsetzung soll im einzelnen durch folgende Schritte erreicht werden :

    4.1.1. Offener Zugang zum Internet für Jugendliche

    Durch die Ansiedlung des Projektes in der offenen Jugendarbeit soll allen Jugendlichen der Zugang zum Internet eröffnet werden. Der Jugendliche soll die Möglichkeit erhalten, sich mit dem Computer und mit den Online-Diensten vertraut zu machen. Dies wird am ehesten durch 'Surfen' gelingen, wobei der Jugendliche Informationen abrufen kann, die ihn besonders interessieren.

    Darüber hinaus sind diese Zugänge auch als Service-Angebot zu sehen. Interessenten können gezielt das Internet einsetzen, um Informationen zu suchen für ihr Studium, ihre berufliche Weiterbildung, Bewerbungen, Freizeitgestaltung, ... Dabei soll ihnen, auf Wunsch, eine Begleitung zur Verfügung stehen, damit sie zielstrebig vorgehen können.

    4.1.2. Ausbildung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Jugendarbeit

    Der Schwerpunkt des Projektes liegt nicht in der Zurverfügungstellung der Technik, sondern in der Begleitung der jugendlichen Nutznießer und in der kreativen Nutzung des Mediums. Die jugendlichen Nutzer sollen an einen verantwortungsvollen Umgang mit den Neuen Medien herangeführt werden. Dies ist nur mit entsprechend geschultem Personal möglich.

    4.1.3. Zurverfügungstellung eines Arbeitsinstrumentes für Jugendbetreuer

    Selbstverständlich kann Internet ebenfalls von den haupt- und ehrenamtlichen Betreuern in der Jugendarbeit genutzt werden. Konkret wird das Internet zum Abrufen von Informationen und zur Kommunikation auf euregionaler und internationaler Ebene (E-mails) eingesetzt.

    4.1.4. Besondere Rolle der Jugendinformationszentren

    Neben den Jugendtreffs sieht das Projekt ebenfalls die Einbeziehung der Jugendinformationszentren vor. Diese Jugendinformationszentren stehen allen Jugendlichen offen, um sich zu Themen wie Arbeit, Arbeitslosigkeit, Weiterbildung, Ferienjobs, Freizeit, Studien, AIDS, Sexualität, juristische Fragen, ... zu informieren. Diese Informationszentren können das Internet als zusätzliche Informationsquelle nutzen. Desweiteren bietet es ihnen eine Plattform, um selbst Informationen zur Verfügung zu stellen bzw. entsprechende Verbindungen zu anderen Informationsquellen zu schaffen


4.2. Die Projektplanung und -durchführung

In einer ersten Phase hat der Rat der Deutschsprachigen Jugend eine Arbeitsgruppe mit der Planung und Durchführung des Projektes beauftragt. Seit den ersten Auseinandersetzungen mit dem Thema ist die Grundintention die gleiche geblieben. Die konkrete Ausformung hat sich in der Vertiefung der Diskussion und der Suche nach Möglichkeiten gewandelt. So kann man heute von einem gereiften Projekt sprechen, das sich, bedingt durch die Entwicklung des Internets, weiter wandeln muß.

Durch die Einbettung der Internet-Arbeiten in ein umfassenderes Medienprojekt des RDJ und des Jugendheims Eynatten ist zudem seit dem 1. Februar 1997 eine hauptamtliche Betreuung gewährleistet. Herr Nico Halmes ist seit diesem Datum als IHF-Kraft beim Jugendheim Eynatten beschäftigt und neben der Durchführung weiterer Medienprojekte im Jugendbereich mit der Umsetzung der Überlegungen und Planungen der Internet-Arbeitsgruppe des RDJ beauftragt.

Das Projekt beinhaltet augenblicklich folgende Stichworte : Offener Zugang, E-Mail-Adressen, Jugendsite der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Gruppenprojekte, Schulungen und Europa.

    4.2.1. Offener Zugang

    Der RDJ möchte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ein flächendeckendes Netz von öffentlichen Zugängen zum Internet schaffen. Hauptknotenpunkte sollen die Jugendzentren sein, ergänzt um die Mediatheken. Pro Gemeinde soll mindestens ein solcher Zugang geschaffen werden. Ziel ist es, allen Jugendlichen, die konkrete Auseinandersetzung mit Internet zu ermöglichen, wobei ein besonders Augenmerk den sozial schwächeren Jugendlichen gilt. Die Arbeitsgruppe sieht folgende potentielle Partner vor, um einen Öffentlichen Zugang zu realisieren :

    • Eupen : Infotreff
    • Jugendheim Eupen Unterstadt
    • RDJ (Projektträger und Koordinator)
    • Lontzen : Jugendheim Lontzen
    • Kelmis : Animationszentrum PAT
    • Raeren : Jugendheim Eynatten
    • Jugendheim Raeren
    • Jugendheim Hauset
    • Bütgenbach : Jugendheim Elsenborn
    • Büllingen : Jugendtreff Büllingen
    • Amel : Bibliothek Amel oder Heppenbach
    • St. Vith : Infoladen
    • Jugendtreff St. Vith
    • Burg Reuland : Bibliothek oder Aktionsgruppe Burg-Reuland

    Diese Liste örtlicher Partner ist keineswegs limitativ. Mit den entsprechenden Einrichtungen sind noch keine offiziellen Gespräche geführt worden, bei informellen Kontakten wurde jedoch bereits Interesse bekundet. Die Internet-Arbeitsgruppe hat einen Mustervertrag ausgearbeitet, der die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit zwischen dem RDJ und den örtlichen Partnern festlegt und im Wesentlichen folgendes festhält :

    Die Pilotphase des Projektes läuft bis Ende 1999. Der örtlicher Partner verpflichtet sich, mindestens bis Ende dieser Pilotphase aktiv an dem Projekt teilzunehmen.

    Der örtliche Partner stellt für den gesamten Zeitraum einen Multiplikator für den bei ihm geschaffenen öffentlichen Internetzugang zur Verfügung. Der Multiplikator sollte an der Materie interessiert und bereit sein, an spezifischen Schulungen teilzunehmen. Er sollte außerdem viel Geduld mitbringen. Die Hauptaufgabe des Multiplikators besteht in der Verwaltung des öffentlichen Zugangs, d.h. er

    • empfängt die interessierten Jugendlichen und erläutert ihnen den Umgang mit dem öffentlichen Zugang ;
    • bearbeitet die Anfragen der Jugendlichen nach einer E-Mail-Adresse und leitet sie weiter ;
    • regt die Jugendlichen zu kreativen Projekten an und bietet seine Hilfe bei der Betreuung an ;
    • betreut die Hard- und Software ;
    • wirbt neue Multiplikatoren an. Der örtliche Partner schickt seinen Multiplikator mindesten vier mal pro Jahr einen Tag zu Schulungen, die vom RDJ im Rahmen des Projektes organisiert werden. Normalerweise sind diese Schulungen kostenlos oder implizieren einen geringen Teilnehmerbeitrag.
    • Der örtliche Partner verpflichtet sich, allen Jugendlichen den Internetzugang zu ermöglichen.
    • Der RDJ verpflichtet sich, den Multiplikator in all seinen Bemühungen zu unterstützen.
    • Der RDJ übernimmt die allgemeine Projektkoordination und die Organisation der notwendigen Schulungen.

    Bezüglich der Ausstattung gelten folgende Vereinbarungen :

    • Die Vereinigung der Jugendheime gewährt dem örtlichen Partner beim Ankauf der notwendigen Hardware eine finanzielle Unterstützung von 40.000,-BEF.
    • Die Hardware muß mindestens folgende Bedingungen erfüllen : Pentium 120 Mhz, 16 MB RAM, Towergehäuse, Soundkarte, Lautsprecher, 1 GB Festplatte, 8x CD-Laufwerk, 1,44 MB Diskettenlaufwerk, 15 Farbmonitor, Benutzersystem Windows 95.
    • Bei der Vorlage einer Kopie der detailierten Rechnung überweist die VDJH dem örtlichen Partner den Betrag. Bei vorzeitigem Rückzug aus dem Projekt muß die finanzielle Beihilfe zurückerstattet werden. <
    • Im nächsten Schritt werden jetzt alle potentiellen Partner kontaktiert. Bei Ausdehnung der oben angeführten Liste auf örtliche Partner aus anderen Bereichen müssen zusätzliche Möglichkeiten der Finanzierung der Hardware gefunden werden.
    • Diese Möglichkeit wird das Medienzentrum in Eupen mit seinen Zweigstellen in Kelmis, Büllingen und Sankt Vith in Anspruch nehmen, um auch im Bereich der Neuen Medien einen demokratischen Zugang zum Wissen gewährleisten zu können. Die Kosten für die Hardware-Ausstattung werden in diesem Fall durch den Gemeinschaftshaushalt im Bereich Medien abgedeckt werden.

      Die Arbeitsgruppe hat auch verschiedene Preisangebote eingeholt, um durch eine Sammelbestellung einen günstigeren Preis zu erhalten. Hier laufen noch verschiedene Nachfragen zur genauen Zusammenstellung des Materials.

      4.2.2. E-Mail-Adressen

      Die elektronische Post ist der am meisten gebrauchte Bereich des Internet. Vorgesehen ist, daß ein Jugendlicher an den öffentlichen Zugängen gegen einen kleinen Unkostenbeitrag eine persönliche E-Mail-Adresse erhalten kann. Die Verwaltung dieser Anfragen ist Aufgabe der Multiplikatoren. Diese Vorgehensweise soll unter anderem dazu beitragen, die Attraktivität der öffentlichen Zugänge zu steigern

      Der RDJ hat seinen Namen als Domainnamen bei der KUL Leuven registrieren lassen, sodaß eine E-Mail-Adresse folgendermaßen aussieht : xy@rdj.be .

      4.2.3 Der Jugendsite der Deutschsprachigen Gemeinschaft

      Der RDJ hat damit begonnen, einen Jugendsite zu gestalten. Ziel ist es, einen attraktiven und aktuellen Site aufzubauen, dessen regelmäßiger Besuch lohnt. Folgende Inhalte werden anvisiert:

      • Informationen der Jugendeinrichtingen
      • Projekte der Jugendeinrichtungen
      • Mitteilungen der Informationszentren
      • Informationen des RDJ
      • Schwarzes Brett
      • Informationszentren beantworten Fragen
      • Veranstaltungskalender
      • Vorverkauf von Konzertkarten
      • Hompages der Besitzer einer E-Mail-Adresse
      • Projekte von Jugendlichen
      • Chatten
      • Newsgroups
      • Querverbindungen zu Einblick, Contra-Re und Offenem Kanal
      • Informationen für jugendliche Ostbelgienbesucher
      • Europäische Austauschprogramme
      • Spiele, Musik, . . .
      • Verbindungen zu anderen jugendrelevanten Sites

      4.2.4. Gruppenprojekte

      Hier sieht der RDJ eine große Herausforderung. Wie schaffen wir es, daß Jugendliche zusammen an einem Projekt arbeiten? Zu welchen Themen? Hier gilt es, noch viele Erfahrungen zu sammeln. Die Internet-Arbeitsgruppe hält diesen Aspekt des Gesamtprojektes für sehr wichtig, da hier am deutlichsten der Gruppenaspekt angesprochen wird.

      4.2.5. Schulungen

      Zwei Arten von Schulungen sind vorgesehen :

      Die Schulung in der 'Internetsprache', dem Hypertext (HTML), die es erlaubt, selbständig Internet-Seiten zu gestalten. Auch wenn die jüngsten Textverarbeitungssysteme das direkte Abspeichern von Texten als Hypertext-Datei ermöglichen, hält die Internet-Arbeitsgruppe für alle Beteiligten des Projektes Grundkentnisse in HTML für notwendig. Jeder soll seine Seiten soweit erstellen können, daß die Projektkoordination sie nur noch auf dem Server zu installieren braucht.

      Die Multiplikatoren-Schulung. Hier geht es spezieller um die Betreuung eines öffentlichen Zugangs. Die Inhalte dieser Schulung werden von den ersten Multiplikatoren gemeinsam erarbeitet werden müssen. Didaktische und methodische Hilfe ist vom Europäischen Zentrum für Medienkompetenz in Düsseldorf zu erwarten.

      4.2.6. Europa

      Ausgehend von Frankreich wird zur Zeit versucht, einen europäischen Jugendheimverband zu gründen. Der Multimediabereich stellt einen wichtigen Teil dieses Projektes dar. In Brüssel haben diesbezüglich erste Informationsversammlungen stattgefunden, an denen auch die Projektverantwortlichen des RDJ teilgenommen haben. Das europäische Projekt beinhaltet den Aufbau eines Servers, auf dem alle relevanten Informationen für Jugendeinrichtungen zu finden sein werden. Das Projekt ist noch nicht sehr deutlich umrissen, aber es erscheint wichtig, von Anfang an dabei zu sein.


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